Juni 15th, 2008
Snowboarder und Neuschnee
Der Snowboarder verhält sich zum Neuschnee wie das Kleinkind zum Weihnachtsmann: Sie oder Er glauben fest daran, dass es ihn geben wird, und bekommen leuchtende Augen und rote Bäckchen, wenn sein Name nur erwähnt wird: Neuschnee! Doch aufgrund des Klimawandels, abschmelzender Gletscher, einer sich stetig gen Himmel verschiebenden Schneefallgrenze und anderer Umweltbedingungen müssen alpine Snowboarder in Europa sich immer häufiger die Augen reiben und feststellen, dass sie einem Märchen aufgesessen sind. Und so zieht es sie in immer weitere Fernen, über den Atlantik, in die Rocky Mountains, wo es in den fabelhaften Skigebieten der USA nachwievor den „powder“, wie er im „Fachjargon“ genannt wird, in Hülle und Fülle gibt. Schade nur, dass durch die Transatlantikflüge der Klimawandel weiter befördert wird, was wiederum dazu führt, dass Neuschnee in Europa immer unwahrscheinlicher wird. Wohl aus diesem Grund boomen die Kunstschneepisten, die selbst in den plattesten Landschaften emporsprießen, wo man vorher nie das Entstehen von verschneiten Hügellandschaften für möglich gehalten hätte- etwa das Snowdome bei Bispingen in der Lüneburger Heide. Tonnen von Kunstschnee sorgen dafür, dass auch im gleißenden Sonnenlicht bei Temperaturen weit über null alles rutscht und gleitet wie auf den richtigen Bergen. Powder Pur! So lautet der schlichte Wunsch einer jeden Snowboarderin, eines jeden Snowboarders.

Die Nationalparkregion Defereggental in Tirol etwa bietet mit ihrer Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit tolle „Powder“-Gelegenheiten, oder eben die Rocky Mountains- Klimawandel hin-oder her, mancher Snowboarder wird es sich sicherlich nicht verkneifen können, zum richtigen „powdern“ mal „rüberzumachen“…