Juni 1st, 2008
Skifahren in 4000 Meter Höhe
Die Hügellandschaft Colorados bietet, was man in den Alpen oftmals schmerzlich vermisst: Schneefall. Die Vail Resorts in Colorado sind heute ein erfolgreiches, Wall-Street-notiertes Unternehmen, das mit den Orten Vail, Beaver Creek, Breckenridge und Keystone als beliebtestes und größtes Wintersportgebiet Amerikas gilt: mit 100 Liftanlagen und 600 Pistenkilometern. Dazu gehört auch die Internetadresse www.snow.com – weil hier fast immer perfekter Pulverschnee liegt. Während die meisten Pisten der Alpen unter 3000 Meter Höhe verlaufen, fangen sie in Amerika auf diesem Niveau erst an. In Breckenridge bringt seit einem Jahr der “New Imperial Express Superchair” die Wintersportler sogar bis auf 3914 Meter – das ist höher als jede Gondel in den Alpen. Doch wer hier schroffes, alpines Gelände wie etwa im Wallis erwartet, der wird enttäuscht.

Ähnlich gestaltet sich das Skifahren in luftigen Höhen in Italien und Frankreich: Ein ausgeklügeltes Netz an Liften verbindet die beiden Länder am kleinen St. Bernhard. Im 2500 Meter hoch gelegenen und meist sonnenverwöhnten Skigebiet La Thuile im italienischen Aostatal ist eigentlich grenzenloses Ski fahren möglich. Zusammen mit dem französischen La Rosiere gehört das Gebiet mit 37 Liftanlagen und 150 Pistenkilometern zu den großen Skiarealen in den Alpen, die alle Schwierigkeitsgrade aufweisen.
Normalerweise kann man in La Thuile von Ende November bis weit in den Mai hinein die Pisten genießen, ohne dass Skikanonen ununterbrochen röhren.
Zwar wurde der erste Lift bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet, doch der Wintertourismus blühte erst in den vergangenen beiden Jahrzehnten richtig auf, weil die Liftanlagen erweitert und ein Viersterne-Hotel erbaut wurden. Die beiden Skigebiete La Thuile in Italien und La Rosiere in Frankreich entwickelten sich von Anfang an gemeinsam.